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Heute beim Besuch auf dem Boxhagener Platz wurde mir klar, daß es keine Verschwörungstheorie ist sondern als reine Wahrheit existiert.

Begonnen hat es bereits in meiner Kindheit, am heiligen Abend gab es immer „Münchner Weisswürste“ und Kartoffelsalat, obwohl meine Mutter bekennende Waerland-Anhängerin war. Heute würde man das eine Veganerin mit theoretischem Überbau nennen. Es gab also in der Regel kein Fleisch von „toten Tieren“ und Wurst schon gar nicht. Bei meiner Tante in der Oberpfalz konnten wir Kinder in den Ferien am Samstag immer einen leckeren frischen „Fleischkäse“ (Wurstbrät) vom Metzger warm abholen. Meine Mutter fand dass gar nicht gut.

Irgendwie verschwanden die Gedanken über die „Wurstfraktion“ in Berlin vollkommen. Es gibt hier zwar die Currywurst und darüber wird ja in jedem Blog heute detailiert diskutiert, aber ansonsten finde ich, gibt es in Berlin keine besonders gute Wurstkultur, im Gegenteil die Berliner Fleischer haben sich bis auf wenige rühmliche Ausnahmen und Preisträger (Blutwurst und Bratwurst) vom Wurstmachen verabschiedet und verkaufen nur noch eingekaufte Produkte von zweifelhaften Industrieunternehmen.

 

Bis auf letzte Woche: eine Tischlerfirma übergab mir einen Korb, voll mit Wurst aus dem Erzgebirge, vom Metzger des Ortes, was hatte das zu bedeuten? Auf dem Boxhagener Platz kaufte ich heute wunderbaren Ziegenkäse und schritt am Thüringer Wurststand mit gesenktem Kopf ohne einen Blick darauf zu werfen vorbei.

Als ich in das Auto steige, sehe ich den verräterischen „Tag“ auf der Fenster-Brüstung eines Zahnarztladens:

„Wurstbande“. Das war auf alle Fälle eine Warnung, oder?

© Kormoranflug 2010

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