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An den Felsenklippen nicht weit vom Cap Martinet treffe ich einen Kormoran, den die Einheimischen liebevoll Pepe oder Chico nennen. Leider hatte er einen Unfall und einer seiner Flügel lässt sich nicht mehr so bewegen wie es zum Fliegen wichtig ist. So hat Pepe ein Asyl durch eine kleine Fischbude, die hier in den Felsen steht, bekommen.  Er hält schon vor ein Uhr mittags Ausschau bis die Wirtin mit dem Wagen kommt und alle mit anfassen und den frischen Fisch zur Küche bringen. Dann ruft die Wirtin Chico, Chico komm her mein Chico, in Richtung Koch: Tres Sardinas und Pepe erhält quietschend mindestens drei bis vier Sardinen und watschelt dann wieder zu seinem Felsvorsprung über dem Meer.

Ein deutscher Frührentner, der hier 4 Monate im Sommer auf einer alten Liege ohne Schatten verbringt, schaut nur kurz unter seinem Sonnenhut (ansonsten ist er nackt – schließlich sind wir hier in Eivissa) hervor.  Nach einer stärkeren Windböe bindet der Sohn der Wirtsleute die Sonnenschirme besser zusammen und spannt die Enden nach unten.

„Sobald die Schirme festgebunden werden müssen, ist der Sommer vorbei“

murmelt der Rentner bei einunddreissig Grad im Schatten. Den Winter verbringt er lieber in der Türkei, auf der Insel ist es ihm dann zu kalt.

Gisela, ein typische Residentin im rüstigen Alter von deutlich über siebzig Jahren, hat ihren Auftritt. Vorsichtig schreitet Sie mit durchsichtigen Kunststoffschuhen über die spitzen Steine zu einer Fels-Platte über dem Meer, stellt ihren Korb ab, streift das zebra- gemusterte leichte Blusenkleid ab und steht im schwarzem mit seitlicher Zebra-Applikation versehenen Badeanzug in der Sonne. Im Wind weht ihr blondes ausgebleichtes Haar. Sie drückt sich zwei Ohropax Stöpsel in die Ohren und bindet irgendetwas mit längerer Schnur an ihren Badeanzugträger. Eine Klinge mit Perlmuttgriff leuchtet auf. Sie nimmt eine Tauchermaske aus den Korb und springt kopfüber in die Fluten. Sofort taucht sie ab. Was macht Sie da nur? Der Wellengang ist heftig. – Schnell taucht Sie wieder auf und hat einen stacheligen Seeigel in der Hand. Geübt schneidet sie den Seeigel mit dem Messer auf und saugt die Schalen leer. Schon ist sie wieder zum nächsten Tauchgang in den Fluten verschwunden.

 

Unter den Sonnenschirmen tönt leise die Musik von Anton%F: I lost my shadow… I lost my shadow

Mir wird klar „under the umbrellas – I lost my shadow“

 

© Kormoranflug 2011

ANTON%F – I lost my shadow PR 4,63 ▲

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