Seit ich die Satelliten-Karten kenne, habe ich ein neues Hobby entdeckt. Wandern auf Ziegenpfaden. Da ich kein netzfähiges Mobilgerät habe, geht das so: Zuerst werden anhand von Vogelansichten (Satellitenbilder) im Internet interessante Strukturen in der Landschaft ausgewählt. Dann wird durch Messungen eine bewältigbare Wander-Strecke gesucht.

Man prägt sich die Strukturen, Muster, Häuser, Ziele und evtl. Peilziele anhand der Satelitenbilder ein und merkt sich diese. Dann geht es los mit guten Wanderschuhen, Wasserflasche, Regenjacke (und durch schlechte Erfahrungen mit Pflaster und Verbandszeug) und nach Erinnerung wird gewandert. An welcher Stelle hat man im Satellitenfoto geglaubt, eine Einstiegstelle von der Strasse aus zu erkennen? Ach ja, aber das ist ein ausgetrockneter Wasserfall, also vielleicht hundert Meter weiter war doch noch ein Wildpfad, oder? Ja es geht einfach querfeldein über alle Menschen-Grenzen hinweg, Zäune werden überklettert, Elektro-Weidendrähte unterkrochen, Bäche übersprungen – immer in der Erinnerung – mit Blick auf den von oben erkannten Pfaden.

In Sardinien ging das nach überklettern einer Zweimetermauer im Gelände schon mal schief, der Schuh verhakte sich, das Gesicht schlug voraus in den Boden, Schnittwunden, Platzwunden, blaues Auge und weit und breit keine Ansiedlung für eine Hilfe. Da sieht man schnell ramponiert aus sobald man wieder die Zivilisation betritt.

Dieses Mal auf der griechischen Insel ging alles gut. Über ausgetrocknete Flussläufe, Bachbett, Sandwegen und Ziegenpfaden gilt es auch ohne Kompass nur die Erinnerung ins Gedächtnis zu rufen und dabei die Vielfalt der Natur zu ergründen.

Am unscheinbaren aber schönen Dorf Koskinou angekommen, gab es zwar drei Gaststätten aber niemand hatte geöffnet. Es gab ja auch keine Touristen ausser uns. Eine Wirtin erklärte uns, in einer Stunde öffnet sie für uns ihren Grill. Wir durchstreiften den Ort bis in alle Winkel und bekamen anschliessend wunderbaren griechischen Salat, Souvlaki und kaltes Wasser serviert. Der Rückweg führte drei Kilometer über eine Landstrasse bis wir den nächsten Bus-Anschluss fanden.

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© Kormoranflug 2013

 

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