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Für moderne junge Leute bin ich ein böser Vogel, ja ein schlechter Mensch. Ja ich esse Fisch, ja ich esse Fleisch, für mich werden Tiere getötet.
Ein kleines moralisches Guthaben-Konto habe ich, da ich 24 Jahre vegetarisch nach Are Waerland, einem schwedischen Ernährungsreformer gegessen und gelebt habe. Deshalb kenne ich eine Menge vegane Rezepte von Kruska bis Rohkost. Leider verbot Waerland auch das Würzen der Speisen, dagegen hatte ich mich bereits im Alter von 3 Jahren gewehrt und als Kind meine eigene Tomatensosse entwickelt.
Lange dachte ich, meine Mutter kann nicht kochen, obwohl meine Oma der mütterlichen Seite ganze Dorfhochzeiten bekochte und die Mutter der väterlichen Seite eine Offizierskantine leitete. Später wusste ich, das war alles Ideologie. Meine Mutter ging gerne in das Reform-Haus und so bekamen wir Vollkornbrot. Manchmal habe ich mein Brot heimlich gegen ein Graubrot mit Wurstauflage in der Schulpause getauscht, andere Kinder wollten gerne einmal Vollkornbrot essen.
Später habe ich gelesen wie die Reformhäuser entstanden sind: mit der Veränderung der neuen Lebensreform der Menschen und die Wandlung in Neuform und Eden. Die Nationalsozialisten waren anfangs gegen diese moderne Lebensweise, fanden dann aber die Verbindung zur Natur um so einen neuen gesunden Menschen zu erschaffen gut. Betriebe wurden übernommen und die Mitarbeiter geschult. Über die Reform-Hefte fand man Einzug in die Herzen der naturverbundenen Menschen. Meine Familie las die Monatshefte von Are Waerland. War meine Mutter eine verblendete, immerhin hatte sie als junge Frau in Berchtesgaden gearbeitet?
Persönlich wehre ich mich gegen Ideologien jeglicher Art. Gegen Massentierhaltung bin ich und kaufe wenig Fleisch meistens von Bauern, die ich kenne und weiss wie gut sie ihre Tiere behandeln. Kochen ist meine einzige echte Begabung, dafür muss ich mich nicht anstrengen. Koch sollte ich nicht werden, meine Gäste freut es. Alle anderen erlernten Berufe mit den Pseudonymen wie fliegen, schwimmen, Fische fangen musste ich mir erst einmal aneignen.
Gruss vom bösen Vogel

Titelbild: Lammrack vom Grill
Zubereitung acht Stunden in Teriyakisosse und Knoblauch marinieren. Grill nur zur Hälfte mit Grillkohle füllen, nach beginnender Weissglut die Racks von allen Seiten grillen, anschließend auf die Seite ohne Glut schieben und mit geschlossenem Deckel ca. 35 Minuten (mehrfach wenden) fertiggaren. Beim Servieren etwas Teriyakisosse dazugeben.
Dazu Auberginenscheiben zehn Minuten salzen und abspülen, trockentupfen, auf dem Grill von allen Seiten grillen. In eine Schüssel mit Chilli, Knoblauch aus der Presse, 2 EL Weissweinessig Salz, etwas Zucker, Pfeffer, Harissa, frische Kräuter und bestes Olivenöl geben, durchmischen und 20 Minuten ziehen lassen.

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© Kormoranflug 2014

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