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Jeder stellt sich unter einer Berliner Seele etwas anderes vor. Mich interessiert das baguetteähnliche Weissbrotgebäck aus Dinkel oder Weizen-Dinkel Gemisch.
Beheimatet ist der Begriff Seelen hauptsächlich in Oberschwaben, Franken und im Allgäu. Hier entstand die schwäbische Seele, aussen knusprig innen weich, grosse Blasen, leicht feucht.
Der Ursprung hat tatsächlich mit den armen Seelen – Bedürftige, die mit Seelenbroten gespeist wurden, zu tun. Auch soll es mit Allerseelen in Verbindung gebracht werden obwohl es auf einen kultischen Brauch im vorchristlichen Totenfest zurückgeht.
Der Teig mit Dinkelvorteig hat eine mindestens 8 Stunden lange Teigführung, er hat einen hohen Feuchtkleberanteil durch das Dinkelmehl. Die Grundform wird mit der nassen Hand geformt/gezogen/geschlenzt, was die Berliner Bäcker mehr oder weniger gut hinbekommen. Die Schwäbische Seele wird mit Kümmel und Salz bestreut und mit grosser Feuchtigkeit im Backofen durch Wasserzugabe (Schwaden) gebacken.
Jeder hat so seinen für ihn typischen Bäcker in der Heimat und macht hier den Geschmack einer echten schwäbischen Seele fest – an diesen Seelen muss sich die Berliner Seele messen.

Mein persönlicher Test gab folgende Ergebnisse:
-Schwäbischer Bäcker, eher wie ein zu trockenes Baguette, nichts für den Vogel.
-Beumer und Lutum, Cuvrystrasse 22, wirklich sehr gute Dinkelseelen – leider nur am Samstag- kein Foto.
-SoLuna, Gneisenaustrasse 58, etwas zu schwer, etwas zu dicht und nicht sehr locker geschlenzt,
aber wenn die Seele leidet eine Möglichkeit, Foto 1 Zwilling
-Mehlwurm in der Marheineke-Markthalle, nahe an der Traumseele, 100 % Dinkel, täglich wird gebacken, manchmal zuviel Kümmel Foto 2

 

© Kormoranflug 2017

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