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Familien, Höllen-Burger, Kinder, Laute Maschinen, letzter Burger, Mütter, Vögel im Wind
Zugegeben viele Jahre war ich nicht mehr in einem der amerikanischen Franchise-Burger-Läden. Letzte Woche ließ es sich nicht vermeiden – die Zeit war wegen Einkäufen verbummelt und die regionalen Restaurants schließen hier immer gegen 14.00 Uhr.
Also eingeparkt und in das kleinere Burger-Restaurant gegangen. Nach der Eingangstüre läuft man durch mehrere Reihen von Display-Stelen, hier kann der kundige Hungrige selbst anhand von digitalen Bild-Anzeigen auswählen und entweder mit der vorher geladenen App den Warenkorb bezahlen und sich mit einem Ständer mit Nummer an einen Tisch setzen. Das Mahl wird dann zum Tisch gebracht. Das Restaurant war mit diversen Halloween-Kostümen geschmückt, vielleicht konnten diese auch erworben werden?
An der Seite waren zwei Kassenbereiche: zum Abholen oder zum Bestellen- Hinter diesem Bereich war ein Höllenlärm von sehr lauten, verschiedenen Pieps-Geräuschen (vermutlich fertige Pommes, Burger wurden von Ki-Maschinen dadurch angezeigt). Die Mitarbeiter trugen jedoch keinen Gehörschutz sondern Head-Sets in die sie fortwährend quatschten und so den Auto-Schalter bedienten.
Schnell hatte ich meine Bestellung angegeben: Ein einfacher Hamburger, Pommes klein, kleines Cola – keine Saucen. Dafür bekam ich einen Kunststoffständer mit einer Nummer, die Mahlzeit wird gebracht. Der freie Tisch stand mit Sicht zu den Display-Stelen. Heute am Samstag war der Gastraum rappelvoll und es drängten immer neue kundige große und kleine Hungrige herein. Meistens Mütter mit Ihren Kindern. Sobald die Mütter die App vom Handy an einen Code am Display hielten, ging das Tippen auf dem ein Meter hohen Display los. Selbst kleinste Kinder sprangen hoch, drückten auf das Display um ihre Lieblingselemente der Mahlzeiten zu bestellen. Kinder drückten, Mütter drückten es mit lauten Ansagen an die Kinder wieder weg und Brüder und Schwestern drückten weiterhin auf den Tafeln herum. „Habt ihr so großen Hunger?“ Die Kinder rissen sich die gefüllten Luftballons aus den Ständern, tobten durch die Räume und schlugen mit den Luftballons wie mit Schwertern. Die Mutter hielt ihr Bezahl-Mobil-Teil an den Automaten, die Kinder liefen mit den Nummerständern durch das Restaurant. Ein hoher großer Tisch wurde gefunden und der Lärmpegel dieser Familie und der anderen anwesenden Familien stieg weiter an. Manchmal setzte sich das laute Piepsen der Garautomaten wieder durch.
Mein Hamburger wurde von einer älteren Dame mit lautem östlichen Akzent geliefert. Irgendwie war dieser einfache Hamburger wesentlich kleiner und gummiartiger als in meiner Erinnerung daran. Wenn man mit beiden Händen angefangen hat zu essen, kann man das gute Stück nicht mehr so leicht weglegen -schwups ist er aufgegessen.
Am Nebentisch bestellte eine junge Mutter mit Kind und Freundin das dritte mal Kartoffelgitter und aß zwei riesige Cheeseburger hintereinander. Die drei Apfeltaschen für den Nachtisch lagen zum Abkühlen bereits auf Ihrem Tablett.
Als der Lärm in der Bude immer mehr anschwoll, ging ich mit dem Abfall-Tablett zu einem Abstell-Wagen und trat aus dem Restaurant.
Draussen standen die wartenden Raucher und bliesen mir den Rauch ins Gesicht. Um auf den Gehsteig zu kommen, kreuzte man die Drive-Inn-Wege, dieser Übergang musste geschickt mit Blick zum Fahrer abgepasst werden.
Sonst wäre das mein letzter Burger gewesen.
© Kormoranflug 2024 2110
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Abenteuerlich!
Huiiiii…..mir ging es kürzlich ähnlich.
Nach zwanzig Jahren Abstinenz von Burger-Restaurants dachte ich mir: „Warum nicht mal wieder einen Besuch wagen?“ Spoiler-Alarm: Wahrscheinlich war das eine gute Entscheidung, die ich vor zwei Jahrzehnten getroffen habe!
Schon beim Betreten des Restaurants wurde ich von einer akustischen Welle empfangen, die sich anhörte wie ein Mix aus einem Rockkonzert und einem Kindergarten auf Zuckerrausch.
Du hast recht, liebe Kormoran, die Displays zum Bestellen waren ein weiteres Abenteuer für sich. Ich stand da wie ein verwirrter Tourist in einem fremden Land, während ich versuchte herauszufinden, ob ich jetzt einen „Mega-Bacon-Cheeseburger“ oder doch lieber den „Veganen-Superhelden-Burger“ bestellen sollte. Und während ich über meine Optionen nachdachte, schien das gesamte Restaurant in Lautstärke und Chaos zu versinken. Die Bildschirme blinkten wie verrückt und riefen mir zu: „Bestell jetzt! Oder du wirst für immer hungrig bleiben!“
Fazit: Nach diesem Erlebnis bin ich mir sicher – Burger-Restaurants sind nichts für schwache Nerven oder Menschen mit einer Abneigung gegen Lärm und fliegende Pommes. Aber hey, zumindest habe ich jetzt Geschichten zu erzählen…
Danke für Deinem Erfahrungsbericht.
*lach*, schon sehr lange nicht mehr erlebt. Müßte man direkt wieder mal ausprobieren, aber ich bin ein Schussel beim Bestellen und bekäme garantiert das Falsche *g*
Vermutlich ist es einfach die Welt der Anderen…
das war ja beinahe lebensgefährlich – am ende meine ich 😅 der rest des getöses tönt auch nicht unbedingt verlockend . Aber eigentlich kann ich gar nicht mitreden , in meinem bauerndof in den bergen 🇨🇭gibt es kein solches und das nächste ist über 20km entfernt … liebe grüsse von mir zu dir und im übrigen bin ich jetzt wieder da 👍
Wäre. so etwas die einzige Nahrungsquelle, ich würde wahrscheinlich verhungern.
Danke für deinen Bericht aus der Hölle, die ja Mitte in deiner ländlichen Idylle liegen muss. Das Gaststätten um 14 Uhr schließen, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.
Der Süden von Deutschland ist fast wie in Italien. Die Mittagszeiten sind hier heilig.