Meer Wind Wolken Vögel

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Meer, Wind, Wolken, Vögel, kurz vor dem Einbruch des Winters.

 

 

© Kormoranflug 2017

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Kürbis Quitte Nordseekrabben

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In der Herbst-Zeit ist unbedingt wieder eine Kürbis-Suppe angesagt. Da die liebe Nachbarin ihren Quittenbaum wegen eines Sturmschadens „Not-ernten“ musste, habe ich mich auf eine fruchtige Mischung eingelassen.
Den Kürbis, die Quitte, die Kartoffel und die Schalotten im Topf mit Olivenöl anschwitzen und dann
mit Gemüsebrühe oder Wasser angiessen. Salz dazu, Pernod und Zimtstange dazu und 20 Minuten köcheln. Zimtstange herausnehmen. Alles in die gewünschte Konsistenz pürieren. Mit dem Essig und dem Zitronensaft, Salz abschmecken. Falls die Suppe zu fest ist, etwas Gemüsebrühe unterrühren.

Die Nordseekrabben mit Goa-Curry vermengen und wirklich nur sehr kurz im Rapsöl wenden, mit Pfeffer und Salz abschmecken
Kürbis/Quittensuppe aufschäumen und mit der Einlage servieren.
Die Quitte gibt der Suppe eine fruchtig säuerliche Note.

– 1 kleiner Hokkaido Kürbis geschält in Stücke
1 Quitte geschält in Stücke
1 mehlige Kartoffel geschält in Stücke
1 Schalotte fein geschnitten
400 ml Wasser oder Gemüsebrühe
1,5 TL Meersalz
1 EL Estragon-Essig
1 EL Zitronensaft frisch gepresst
1 Schnapsglas Pernod
1 Zimtstange
2 EL Olivenöl

Einlage
200 g Nordseekrabben geschält
1/2 TL Goa Curry (Ingo)
2 EL Rapsöl
1 Pris Meersalz
Pfeffer von der Mühle frisch gemahlen

© Kormoranflug 2017

Bottarga

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Die Sarden lieben den Bottarga di Muggine, den Rogen der Meeräsche. Mit dem italienischen Koch aus Rom „Luciano Valabrega“ stimme ich überein: man liebt Bottarga oder man hasst ihn.
Der Kormoran liebt das Gold der Sarden. Der gesalzene und getrocknete Bottarga kann schnell mal 12,00 €uro für 80 Gramm kosten. In Berlin gibt es nur wenige Möglichkeiten diese Spezialität zu bekommen – wie schön dass Freunde, die aus Sardinien zurück kamen, etwas Rogen mitgebracht haben.

Der Bottarga verträgt nicht viele andere Komponenten und Geschmäcker neben sich. Man isst ihn z.B. in dünnen Scheiben mit etwas Olivenöl und ein paar Tropfen Zitrone zum Brot.

Mein Lieblingsgericht sind Spaghetti con Bottarga.
Die Spaghetti oder auch Fedelini kocht man im Salzwasser bissfest. Für 2-3 Personen werden 4 Knoblauchzehen geschnitten, mit einer getrockneten Peperoncino und 5 EL Olivenöl goldbraun mit nicht zuviel Hitze angebraten. Die Spaghetti abgiessen und mit dem heissen Öl vermischen.
Etwas frische Petersilie oder Minze gehackt und eine Prise Pfeffer gemahlen darüber streuen und nun ca. 50 g Bottarga teilweise in ganz feine Scheiben schneiden und den Rest darüber reiben.
Dazu einen gut gekühlten sardischen trocknen Weisswein (Vermentino).

2-3 Personen
250 Gramm Spaghetti oder Fedelini
3 Liter Salzwasser
5 EL Olivenöl
4 Knoblauchzehen gehackt
1 Peperoncino oder Chili angedrückt
50 gramm Bottarga di Muggine
1 EL Minze und Petersilie gehackt
1 Prise gemahlenen Pfeffer

© Kormoranflug 2017

Kormoran

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Ein Kormoran ist schwer zu verstehen. Schon beim ersten Morgengrauen fliegt er zu den Fischgründen um die noch schläfrigen Fische zum Frühstück zu verspeisen. Zurück geht es knapp über der Wasseroberfläche, mit einem Auge kann er erkennen wohin sich die Fischschwärme später aufmachen werden.
Auf den Pfählen vor dem Brackwasser gibt es die schönsten Sonnenplätze. Der Platz muss mit Kapriolen, spektakulären Landungen, Rangeln und kehligen dunklen Lauten in der Gemeinschaft erkämpft werden. Durch Wedeln mit der Flügelpracht verschafft er sich den nötigen Sitzplatz.

Das Gefieder muss getrocknet werden.

© Kormoranflug 2017

Mit drei Beinen

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Mit drei Jahren bin ich vom Kindergarten abgehauen und habe mich auf den Weg gemacht zur zwei Kilometer entfernten Elfenbeinschnitzerei. Die Schnellstrasse zu überqueren und der verschlungene Weg waren kein Hindernis für mich. Das rückwärtige Park-Tor war verschlossen. Doch die heimlich hinter einem Schuppen rauchenden Arbeiter liessen mich herein. Meine Mutter war dem Herzinfarkt nahe, aber von diesem Tag an musste ich nicht mehr in den von mir so gehassten Kindergarten gehen.
Die jungen Elfenbeinschnitzer kamen aus Tschechien und Rumänien. Mit Zahnarzt-Bohrmaschinen ähnlichen Instrumenten wurde das Elfenbein geschnitzt. Über den Köpfen surrten runde Lederbänder, über kugelförmige Treibschnurantriebe wurde die Kraft an die verschiedenen Arbeitsplätze mit Doriotgestängen gelenkt.
Die Elfenbeinkammer war stets verschlossen. Hier lagerten lange Stoßzähne von Elefanten und Büffelhörner. Ausserdem gab es noch ein muffig riechendes Lager von Ebenholz. Das Ebenholz wurde zu Sockeln für die grösseren Schaustücke aus Elfenbein verarbeitet. Die begabten Schnitzer machten aus einem Stosszahn eine ganze zusammenhängende Elefantenherde. Brach etwas aus den ziselierten Schnitzereien ab, gab es immer einen ziemlichen Krach mit dem Fabrikbesitzer, einem bekannten Elfenbein-Künstler.
Dann musste umentworfen und umgeschnitzt werden. Vom Kaffeekannendeckel, Messergriff, Elefanten, Kamele, Löwen, Wildschweine, Hasen, Maus, Marienstatuen, Jesus am Kreuz wurde alles nur erdenkliche geschnitzt. Es wurde alles bis auf das kleinste Stück verwendet. Aus Resten wurden noch durchbrochene kleinen Kugeln für „Elfenbein-Ketten“ gefertigt. Manchmal auch die Skulptur mit drei Affen: einer hält sich die Hände vor die Augen und sieht nichts, der andere hält sich die Ohren zu und hört nichts, der dritte hält sich die Hände vor dem Mund und spricht nichts.

Meine Mutter arbeitete an einer Polierscheibe. Es gab verschiedene Polier-Scheiben und Maschinen für Elfenbein und für die Sockel aus Ebenholz. Sobald dieses in mehreren Schritten vom rauhen Holz zum glatten Ebenholz verändert wurde, glänzte es schwarz, geheimnisvoll und edel.
So vertrieb ich mir die Zeit mit dem Zusehen bei den Schnitzern, sprach mit den Papageien in den Parkvolieren und begann, wenn die Maschinen ausgeschaltet wurden, von mir unter den Tischen gefundene Reststücke zu bearbeiten und zu polieren.
Die Besitzer erkannten meine Fähigkeit besonders winzig kleine Dinge zu halten und zu polieren. Als Dank bekam meine Mutter einen gering besseren Stundenlohn und ich ab und zu ein komplett kaputtes Schnitzteil – zum Beispiel einen Elefanten mit drei Beinen.

© Kormoranflug 2017

Klaviatur der Herbstfarben

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Die Farben haben sich verändert. Die Blätter des Kirschbaumes und des Aronia-Strauches sind rot bis Kupferfarben geworden, die Hortensien wirken papieren und gebleicht, die Maulbeerbäume erstrahlen im hellen Gelb. Die Herbstanemonen blühen in weiss und rosa. Die Nacktschnecken neigen zum Selbstmord auf den Betonplatten und vertrocknen, die Wespen fallen taumelnd zu Boden, die Kohlmeisen rufen sich gegenseitig und durchstreifen die Rosenbeete auf der Suche nach Insekten. Die Spinnen haben Hochsaison und bauen ständige neue Netze.
Die Gartenmöbel stehen nur noch aus Gewohnheit draussen, manchmal kann man sich für eine kurze Weile setzen und innehalten.

© Kormoranflug 2017