über den Kormoran

Fischen am

Capo Ceraso

Olbia

Halbinsel im Golf von Olbia. Gallura

Anfahrt über SS125 bei Murta Maria zum Meer hin abbiegen

Wohnwagen verboten

Nur 15 km von Olbia entfernt liegt die Halbinsel Capo Ceraso im Golf von Olbia. Eine naturbelassene Landschaft mit bizarren Granitskulpturen, kleinen natürlichen Buchten, Macchiabewuchs, ab und zu eingestreuten Kiefernwäldchen und kleinen Hainen von Eucalyptusbäumen. Hierher haben die Brüder und Schwestern mich eingeladen, das Sardinen-Fischen als persönliches Abenteuer zu erlernen.

Zuerst gilt es, die richtige kleine Bucht zu finden. Die jungen Sardinen-Fischschwärme schwimmen entlang der warmen Küste in der Nähe ihrer Kinderstuben. Ein Schwarm hat mehrere tausende kleine ca.6-8 cm lange Fische. Vom Ufer aus sieht ein Schwarm in der Bucht aus wie ein Seegrasbewuchs, etwas dunkler als das wunderbar türkisblaue Meer.

Hinter den Jungfischschwärmen weiter draussen schwimmen größere Fische, um ab und zu einen zurückgebliebenen Fisch zur erwischen.

Die Sarden machen sich hier mit grossen Angeln daran Köderfische und Blender an langen Leinen hinter den Schwarm zu werfen, um die großen Fische zu fangen.

Wir jungen Kormorane erlernen hier eine andere Technik des Fischens. Da ein Fischschwarm wie eine grosse Masse wirkt, gilt es mit verschiedenen Kniffen den Schwarm auszutricksen.

Zuerst schwimmt man um den Scharm herum und ab und zu mal mitten hindurch. Die Fische gleiten wie eine homogene Masse auseinander und schliessen sich wieder. Nun gilt es einen kleineren Schwarmteil durch immer schnelleres Kreisschwimmen vom Gross-Schwarm am Rande abzutrennen und Richtung Ufer zu treiben. Sobald das erreicht ist, beginnt das eigentliche Fischen: Den kleinen Scharm ca. 200 Fische ständig umkreisen, mal schneller mal langsamer und beobachten, dann mit einem Hacken und hoher Beschleunigung gegen das Ufer mittenhindurchschwimmen, die Fische streben auseinander, das Gedränge zum Ufer hin wird zu gross, es entsteht leichte Panik. Die Fische, die springen und in der Luft silbern glitzern, haben verloren, sind nun als Einzelfische zu erkennen, die schnappt sich der Kormoran und macht sich gleich wieder auf dem Weg, den Schwarm weiter wie eine Schafherde zu umkreisen.

Nach einem halben Tag sind wir satt und setzen uns auf Felseninseln in die Sonne, das Gefieder wird mit aufgestellten Flügeln getrocknet und gerichtet.

So schön ist das Fischen am Capo Ceraso –

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12 Gedanken zu “über den Kormoran”

  1. Ein schöner Bericht aus der Vogelperspektive.

  2. kormoranflug sagte:

    Kormoran Vogel des Jahres 2010, juhu!

  3. Sehr schön, Kormora fischt Sardinen! 🙂
    Diese Halbinsel kenne ich nicht, jedoch das Capo Coda Cavallo, das ganz i n der Nähe sein muss – auch eine wunderbare Halbinsel mit bizarren Felsformationen.

  4. Toller Text, schöner Blog, den ich erfrischend inspirierend finde! Kompliment!

  5. Wirklich schöner Blog, danke dafür 🙂

  6. Hallo Kormoran, auf Sardinien war ich sehr oft. Ich liebe diese Insel. Mit Deiner Beschreibung hast Du mich in Erinnerungen versetzt. Ein glückliches neues Jahr Dir und Deinem Schwarm.
    LG
    Sabine

  7. Wollte mal kurz erwähnen, dass sich seit einiger Zeit einige Familienmitglieder von dir hier oben im hohen Norden niedergelassen haben. Es ist mir eine große Freude sie an der Weser, meist oben auf einem hohen Gestänge bewundern zu dürfen 🙂

  8. Zuletzt begegneten mir die Kormorane in großer Zahl auf der Kurischen Nehrung bei Judokrante. Die erste bewusste Begegnung stammt aus meiner Zeit im Kinderheim auf dem Franzensberg in Geltow am Schwielowsee. Wir hatten als kleine Jungen mit einer schweren Karre morgens die riesige Aluminiumkanne mit der Milch aus dem Ort zu holen und den Berg hoch zu schleppen. In Geltow gab es schon Anfang der Sechziger eine Kolonie dieser beeindruckenden und bei den Dorfleuten damals nicht gern gesehenen Vögel. Wir Heimkinder waren in der Dorfschule ebenfalls nicht gern gesehen. Diese Gemeinsamkeit war uns Kindern damals sicherlich nicht bewusst.

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