Fisch zum Karfreitag

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Für den Bericht bin ich zu spät, aber das Rezept beinhaltet auch zwei Tage der Karwoche: den Gründonnerstag und Karfreitag. Zur Erneuerung am Gründonnerstag mit frischem grünen Spargel-Risotto aus der Herleitung der liturgischen Farbe Grün und Erinnerung an die Vesper.
Den Fisch für den Tag der christlichen Klage, Leidenstag Karfreitag und rotem Paprikagemüse zur Erinnerung an den Kreuzweg und die Leidensprozession.
Der stille Tag und die liturgische Farbe Schwarz passt immer zu mir.

© Kormoranflug 2017

Fische auf dem Dach

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Fische auf dem Dach haben Saison. So möchte die Holzmarkt-Genossenschaft mit teilhabenden Labels Fische auf dem Dach als Aquakultur ziehen und verkaufen. Die Abwässer werden benutzt um Gemüseplantagen zu düngen (oder Gemüse auf dem Dach und Fische in den Keller?). Leckeres ökologisches Essen aus dem Club sozusagen.
Dahinter steckt ein startup: „Tomatenfische“ aus aquaponischen ECF-Farmsystemen mit einer Kreislauf-Technik. In Tempelhof gibt es bereits eine Farm in Gewächshäusern. 15,00€ für ein Kilo Tilapia, ein tropischer/subtropischer Buntbarsch sowie Gemüse in Abo-Bestellkisten.
Mit so einer Farm kann der Mensch wahrscheinlich einmal zum Mars fliegen.
Der Kormoran fischt lieber wild und kauft sein Gemüse beim Bauern aus der Umgebung.
http://www.gukeg.de/de/unsere-projekte/holzmarkt/
http://www.ecf-farm.de

In der Rummelsburger Bucht nahe Berlin Ostkreuz soll ein Ableger des Coral World International (CWI), ein Aquapark des Investors, Meeresbiologen und Milliardärs Benjamin Kahn auf 10.000 qm entstehen.
Im Vordergrund stehen sollen die Bedeutung des Ökosystem Wasser. Ausstellung und Erläuterungen sollen erklären wie Wasser, Tiere, Steine, Pflanzen miteinander funktionieren und das ökologische Bewusstsein soll geschult werden.
Hört sich erst einmal gut an, deshalb schaute sich der Kormoran auch einen bereits 2007 gebauten Wasser-Park in Mallorca an.
Auf dem Dach begrüssen mich die Kois (Nischikigoi-Brokatkarpfen) naja eine Zuchtform des Karpfens eben in teilweise veralgtem Becken, vielleicht liegt es am Saisonbeginn.
Die Anlage von 2007 sieht in meinen Augen bieder und banal aus. Architektonisch ohne Reiz -einfachste Gewerbe/Industrie-Architektur, Aussen wie Innen mit ein paar theatralischen publikumswirksamen Einbauten. Insgesamt ist die Anlage ein Aquarium, das Tiere (Fische, Korallen, Lebewesen) aus der ganzen Welt zusammenträgt und gegen hohes Entgelt zur Schau stellt. Ein grosser Aufwand an Technik, Wassertechnik, Abwassertechnik, Heiztechnik und Luft-Technik ist nötig, um die riesigen Wasserbassins auf ökologischem Stand zu halten. Jeder, der in der Jugend versucht hat, ein kleines Meerwasseraquarium privat zu halten, weiss was ich andeute. Diese Wassermassen müssen auch entsprechend von Antibiotika, Medikamenten und Salz befreit werden, bevor sie wieder in das Berliner Kanalsystem eingeleitet werden, sonst essen wir später alle davon. Die teilweise interaktiven Tafeln an den Aquarien waren nicht gepflegt, die updates waren nicht durchgeführt. In den Schauaquarien waren oft andere Fische als erklärt.
Die Arbeitsplätze der Forscher und Aquaristen sind vielleicht auch in Berlin erstrebenswert. Die mit dem Publikum agierenden Mitarbeiter und Teilzeitkräfte sind nach meiner optischen Einschätzung an der Lohn-Minimal-Grenze orientiert. In Berlin würde das wieder zu Aufstockern führen.
Die Gesellschaft ist als Coral World International Ldt. (CWI) auf der Isle of Guernsey mit noch weiteren Firmen /Aurec Ltd registriert.

Der Kormoran fliegt lieber in Freiheit über die Meere und wünscht allen Fischen Freiheit.

http://www.coralworld.com/profile/ z.B. des Konzerns für Marine Parks weltweit
http://palmaaquarium.com z.B. Palma Aquarium 2007 Erwachsener 23,00€ Kinder 14,00€

© Kormoranflug 2017

Pferde in der Kapelle

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Der einzige Ort im Hotel an dem das Wifi kostenlos funktioniert, ist die Eingangshalle gegenüber der Rezeption. Hier wurde ein Bereich mit Spiegeldecke und tiefem Teppich konzipiert. Entlang der fensterlosen Wand mit davor montierten LED beleuchteten, abstrakten, baumartigen Scherenschnitten, waren tiefe weiße Ledercouchen aufgereiht, gegenüber jeweils zwei schwarze Ledersessel im modernen Corbusier-Stil. Hinter einer Säulenreihe führte der Verbindungsgang aus rotem Granit vorbei. Betritt man den Bereich, sitzen aufgereiht die Menschen mit geneigten Köpfen. Alle waren in ihre Smartphones, Tablets oder Laptops vertieft. Niemand spricht ein Wort. Stille –
Da öffnet sich die Aufzugstüre am Ende der Halle. Zwei junge Männer betreten den Verbindungsgang zwischen Aufzug, Ausgang und Weg zum Garten. Ein lautes Klappklapp, Klappklapp, Klappklapp, Klappklapp ertönt bei jedem Schritt. Nein das sind nicht die Geräusche von high heels, sondern spezielle Rennrad-Schuhe mit Klötzen für das Einhaken in die Rennrad-Pedale.
Alle konzentrieren sich wieder auf das Tablet. Der Aufzug öffnet sich, Klappklappklapp, klappklappklapp, Klappklapp, klappklappklapp, die Geräusche werden lauter, rhythmischer, mischen sich mit Kommenden und Gehenden. Junge Männer in bunten eng anliegenden Trikots laufen in der Halle durcheinander. Die einen müssen noch einmal zum Zimmer, andere zum Garten, sie holen das wertvollste was sie dabei haben, ihre Spezialrennräder mit dünnen Reifen, breiten Felgen, Carbonrahmen und je zwei eingehängten Wasserflaschen. Die Leerlauf-Naben der Räder surren zum Klappklapp Klappklapp. So laufen an die achtzig Rennrad-Profis durch die Gegend und die Geräusche erhöhen sich fast schon zu einem Crescendo. Da plötzlich ein anderer Rhythmus: tac tac tac tac tac – alle Blicken richten sich auf eine Rennrad-Fahrerin, die läuft „auf Spitze“ mit den Spezialschuhen ganz elegant durch die Halle.

© Kormoranflug 2017

Geschälter Weizen

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Meine Kindheitserinnerung an ungeschälten oder geschälten Weizen und Buchweizen kann ich schlicht mit „grauenhaft“ bezeichnen. Da meine Mutter, heute würde sie 97 Jahre alt werden, eine Anhängerin von Are Waerland (schwedischer Ernährungsreformer 1876-1955) war, wir nach diesen Regeln der Lebensreform lebten und uns entsprechend ernährten, gab es neben der Rohkost oft einen Getreidebrei mit dem Namen „Kruska“. Als Kind vermutete ich dahinter einen russischen Brei – eine kommunistische Verschwörung -, den es dort aber auch in unserem Land bereits seit der Altsteinzeit, später mit dem Namen Grütze gab.
Für Kruska wurden verschiedene Getreide, hauptsächlich jedoch Weizen, Buchweizen, Roggen, Hafer, Gerste manchmal auch mit Hirse, Leinsamen und Weizenkleie gemischt, mit Wasser 10 Minuten gekocht, dann wurde der Topf dicht in Zeitungspapier und Decken eingeschlagen und mindestens 2 bis 5 Stunden zum ausquellen warm gehalten. Die Kruska wurde weiter nicht gewürzt und entweder pur oder mit etwas Milch, Joghurt (bei uns vergorene Milch) oder ein paar wenigen Trockenfrüchten gegessen. Jeder Bissen musste nach Vorschrift 100mal gekaut werden. Aus Kruska kann man auch noch geschmacklose Kekse backen.
Trotzdem habe ich mich vor Kurzem nach anderen verwendeten alten Getreiden mal wieder dem Weizen gewidmet und als Risotto ausgearbeitet.

Geschälter Weizen mit Shiitakepilzen

180 g geschälter Weizen
Wasser, 1 Prise Salz
2h einweichen, absieben

1 Schalotte klein geschnitten
2 EL Sonnenblumenöl
100 g Shiitakepilze, geputzt
350ml Gemüsebrühe
1 Schuss Weisswein trocken
1 Prise Safran
1/2 TL Ras el Hanout
Salz, Pfeffer
1/4 Zitrone ausgepresst
2 EL kalte Butter

Nachdem der Weizen quellen durfte, zuerst im Topf die Schalotte andünsten und die Shiitakepilze halbiert zugeben, den geschälten Weizen zugeben und mit etwas Zitronensaft, einem Schuss Weisswein und Gemüsebrühe ablöschen. Rühren und wie Risotto zubereiten, immer etwas heissen Gemüsefond nachgiessen, nach 15 Minuten den Safran und Ras el Hanout zugeben und nachwürzen. Zwischendurch eine Bissprobe machen. Zum Schluss noch die kalte Butter unterrühren und servieren.

Bei mir gab es dazu scharf gewürzte Hühnerbeine und einen Gemüse-Relish aus Brokkoli und Tomaten.

© Kormoranflug 2017

Medusa

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Als Nachtrag zum internationalen Frauentag möchte ich Euch mein „Drachenkraut“ zu diesem Tag nicht vorenthalten. Für die Tochter der Meeresgottheiten Phorkys und Keto mit ihrer tragischen griechischen Geschichte habe ich hier aus Felsenbirne und einer runden Vase eine Erinnerung geformt. Titanen sollen zu Stein erstarren wenn sie das Haupt der Medusa sehen.

© Kormoranflug 2017