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Exzellentes Kochbuch von Youssou N`Dour

Fotos Isabelle Rozenbaum

Christian Verlag, 2004

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Empfehlung von Kormoranflug

Von meiner Mutter konnte ich mit Ausnahme von wenigen Gerichten keine Rezepte übernehmen. In unserer Familie waren es die Großmütter, die gut kochen konnten und für das ganze Dorf die Feste und Hochzeiten ausrichteten.

Yousou N`Dour beschreibt die Geschichten und Erinnerungen an sein Dakar, seine Mutter, seine Großmütter, seine Familie, seinem Land mit großer Liebe und Hingabe.

Yousou nimmt einen mit auf die Reise zu seiner Herkunft, das Einkaufen auf dem Markt

Medina in Dakar, zur Auswahl des klarsten Palmöls und der frischesten Meeresfrüchte bei Soumbédioume.

Die Rezepte und das Kochen wurden von Generation zu Generation mündlich überliefert. Er, der Sänger wagt es nun, diese Tradition auf Papier zu bringen.

Mit wunderbaren Fotos, Bildern von den Frauen beim Kochen, Zutaten und Gerichten wird man von einer kleinen ungewöhnlichen Warenkunde mit der Beschreibung der Wichtigkeit einfacher typischer Zutaten: Tomatenmark, Palmöl, Lalo, Brühwürfel, Chilischoten etc. eingeweiht. Die richtigen Brühwürfel, 1 Kubikzentimeter gross, die in den meisten Gerichten eine große Rolle spielen, in Deutschland zu finden, ist nicht so einfach.

Die Rezepte sind gut beschrieben und hervorragend nachzukochen. Es hilft natürlich, wenn man ähnliche Gerichte bereits in Afrika oder in der Karibik gegessen hat, um den richtigen Würzgrad zu verstehen und anzuwenden.

Nicht alle der oft wirklich spannenden Fisch- und Meeresfrüchtekompositionen sind ohne weiteres zum „Perfekten Dinner“ zu servieren: zu groß ist manchmal die Abneigung der

europäischen Gäste gegen wild angerichtete Fisch- und Gemüseplatten mit Gräten oder marinierten Karpfen und Zutaten, alles aus einer Schüssel.

Für mich sind die Rezepte, die Fotos der Herstellung und die Präsentation wie Musik.

Die Frauen kochen meist in traditioneller Kleidung auf dem Boden des Hofes oder der Gasse. Niemand scheint sich beim Kochen zu bekleckern.

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Nachgekocht habe ich zum Beispiel das Rinderragout „Ragoût de Boeuf“. Schnell wird dabei klar, die Senegalesen haben einfach Zeit beim Kochen. Der Vorgang des Kochens ist der Beginn des Festes. Das einfache Rezept wirkt nur, wenn man die Arbeitsschritte sorgfältig einhält. Die „nokos“, eine scharfe Gewürzmischung aus Zwiebeln, Knoblauchzehen, getrockneten Chilis, Brühwürfeln, Salz und schwarze Pfefferkörner alles im Mörser zerkleinern und zermalen, hört sich einfach an, schmeckt aber erst mit der Kombination des Fleisches und der Tomaten, der später zum richtigen Zeitpunkt zugegebenen Möhren und Kartoffeln fantastisch und authentisch.

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