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Nach 24.00 Uhr runde zwei Kilometer durch den Tiergarten zu laufen, ist eine Herausforderung. Die Nacht ist schwarz, auf den unbeleuchteten Waldschneisen quer durch den Tiergarten muss man den Weg anhand des Bodenbelages ertasten und sich an den Baumwipfeln, die sich ein wenig vom Himmel dunkel abzeichnen, orientieren. Die genaue Richtung ist Gefühlssache. Um nicht gerade aus Angst vor einem Überfall „ein Männlein steht im Walde“ zu singen, kann man sich beim Laufen spannende Geschichten erzählen. Gerade glaubt man, hier wäre man ganz alleine, leuchtet ein Gesicht mit langen Haaren am Waldrand auf, beleuchtet durch ein modernes Smartphone. Ach – hier liegt jemand auf einer Bank und kontrolliert nachts seine mails. Ein Geisterbahn-Gefühl greift nach der Seele.
Am Ende der Schneise erscheint das Licht einer Laterne. Die Strasse am Rande des Tiergartens nähert sich. Jetzt nur noch zwischen Philharmonie und Gemäldegalerie über den Matthäus Kirchplatz schlendern, dann sieht man auch schon die Seitentreppe, die zum steinernen Plateau, auf der die „Neue Nationalgalerie“ steht, führt.
Hier gibt es eine Ausstellung geöffnet von 22.00 Uhr bis 3.00 Uhr früh. Von Aussen, seitlich ist nichts zu sehen, die Vorhänge sind zugezogen. Vor der Eingangsseite stehen einige Gestalten und nun kann man in den modernen, grossen Raum blicken. Mit grossen Projektoren werden von Hand bemalte Glas-Dias aus einer Performance von 1966-1967 des Licht-Künstlers Otto Piene auf halbtransparente Leinwände und eine fast raumhohe Kugel geworfen. Unglaubliche Tiefen und farbige Abfolgen tun sich auf. Die Menschen lagern auf dem Boden oder gehen herum…. eine entspannte Atmosphäre. Ein paar Bilder zeige ich. Ausstellung bis 31.08.2014, kostenlos
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© Kormoranflug 2014

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